Neues von damals: Die Kreiskulturtage präsentieren in Hamminkeln eine Hörrevue mit dem Titel Das magische Auge
Die Gemeinschaftsproduktion der Musikschule Hamminkeln, der Literaturgruppe Dichterloh (Hamminkeln/Emmerich) und der Theatergruppe GeVis&schnee (Gymnasium Voerde) findet statt am Sonntag, 4. November, 17 Uhr im Forum der Heinrich-Meyers-Realschule, Diersfordter Straße 32. Eintritt 4 Euro.
Vorverkauf: Musikschule Hamminkeln, Tel. 02852 /2943 oder Stadt Hamminkeln, Tel. 02852 /88145 und an der Abendkasse.
Das Publikum befindet sich in einem fiktiven Rundfunksaal im November des Jahres 1947. Es erlebt live die Entstehung einer Unterhaltungssendung. Zwischen den Nachrichten spielt ein veritables Rundfunkorchester Jazz und zeitgenössische Hits. Zu hören sind instrumentale und vokale Leckerbissen von Charlie Parker bis Willi Kollo.
Jugendliche lesen Textbeiträge und lyrisch verdichtete Lebensgeschichten, die die Literaturgruppe aus Interviews mit Zeitzeugen gewonnen hat.
Der Blick auf das magische Auge, ein fast vergessenes Utensil damaliger Rundfunkempfänger, soll diesen Abschnitt deutscher Geschichte beleuchten.
Am Sonntag, 11. November, 18 Uhr, gibt es im Dachstudio der VHS Dinslaken, Friedrich-Ebert-Straße 84, eine zweite Aufführung. Vorverkauf: VHS Dinslaken Tel. 02064 /41350 und an der Abendkasse.
1947: Die Republik gab es noch nicht, die Währung bestimmte der Schwarzmarkt. Kälte, Heimatlosigkeit, Hunger allenthalben. Aber auch der Hunger nach Unterhaltung und Hoffnung war zu stillen. Kurz nach Kriegsende richteten die Alliierten Rundfunkstationen ein, in denen (neben der Volkserziehung) gesendet wurde, was zu kriegen war. Auf den Sendelisten standen neben unverdächtigen deutschen Schlagern vor allem amerikanische Jazznummern.
Ein zwölfköpfiges Rundfunkorchester, wie es 1947 hätte existieren können, probt seit Wochen unter dem Dach der Hamminkelner Musikschule und wird von einigen Gästen – so Sängerin Claudia Niehaves und Tenor Christoph Tersek – stimmgewaltig unterstützt.
Claudia Niehave kennt man als kraftvolle und sensible Stimme des Trios A Village Voice. Einen Leckerbissen gibt es zudem für die Freunde des Akkordeons. Irrwitzige und an Artistik grenzende Nummern zaubert Wilfried Kupsch auf einer historischen Harmonika.
In dieses bunte Treiben eingebettet sind stille, eindringliche Rezitationen von Jugendlichen der Theatergruppe GeVis&schnee. Sie lesen Texte der Literaturgruppe Dichterloh, die entstanden sind aus Gesprächen mit Menschen, die als Kinder und Jugendliche das Kriegsende und den Neuanfang erlebt haben. Jörg M. Detmold leitet diese engagierte Truppe und informiert überdies als Nachrichtensprecher über Ereignisse jener Tage.
Ein heißer Tipp für Genießer der Novemberstimmung.
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