Mammographie-Screening geht wider Erwarten nach Kleve
Februar 7, 2008Mit Bestürzung und Betroffenheit haben die Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Wesel die Entscheidung der Kassenärztlichen Vereinigung Düsseldorf zur Kenntnis genommen, das Mammographie-Screening nach erneuter Ausschreibung an den Kreis Kleve zu vergeben.
Die Kriterien, die zum Zuschlag für die Klever Arztpraxis geführt haben, seien theoretisch verständlich, jedoch in der Praxis nicht nachvollziehbar, so der Arbeitskreis der Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Wesel.
Der Kreis Kleve ist flächen- und bevölkerungsmäßig kleiner als der Kreis Wesel. Vom Screening sind im Kreis Wesel mehr Frauen betroffen als im Kreis Kleve. Hinzu kommt, dass Kleve noch nicht zertifiziert ist. Es sei fraglich, wie schnell dort die erforderlichen Geräte zur Verfügung stehen, die es in Wesel bereits gibt.
„Wann stehen die beiden Mammamobile bereit, die angeschafft werden sollen, um die beiden Kreise flächendeckend zu versorgen?“, fragen sich die Gleichstellungsbeauftragten. Es tröstet wenig, dass in Moers ein fester Standort geplant ist, denn beide Standorte liegen damit auf der linksrheinischen Seite. Der Standort in der Kreisstadt Wesel mit räumlicher Nähe zum Brustzentrum war aus Sicht der Gleichstellungsbeauftragten ideal.
Die Gleichstellungsbeauftragten fordern ein Controlling durch die Kassenärztliche Vereinigung. Sie werden in 6 Monaten eine erneute Anfrage an die Kassenärztliche Vereinigung stellen, um die Aussagen, die zur positiven Entscheidung für Kleve geführt haben, zu überprüfen. Denn ein erfolgreiches, aussagekräftiges Mammographie-Screening sei nur sinnvoll, wenn möglichst viele Frauen daran teilnehmen.
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